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Künstliches Hüftgelenk - Hüftgelenkersatz

Aufgrund einer immer höheren Lebenserwartung der Menschen, nehmen auch die Erkrankungen des höheren Lebensalters zu, und hier steht der Gelenkverschleiß mit an oberer Stelle. Neben der rein altersbedingten Arthrose (Gelenkverschleiß) können auch anlagebedingte Veränderungen (X-Bein, O-Bein, Hüft-Dysplasie), Unfälle, Stoffwechselerkrankungen (z.B. Gicht), Rheuma oder auch Entzündungen zur Zerstörung eines oder mehrerer Gelenke führen.

Diagnose

Zunächst geht ein Belastungs- und Anlaufschmerz der Symptomatik voran, später kommen dann ein Ruheschmerz und eine Einschränkung der Beweglichkeit hinzu.

Therapiemöglichkeiten

Wenn mit der konservativen Therapie in Form von zum Beispiel hüftschonender Lebensweise mit Gehstockbenutzung, Physiotherapie, Medikamenten und Infiltrationen keine wesentliche Linderung der geklagten Beschwerden mehr zu erzielen ist und der Patient oder die Patientin die Einschränkung der Lebensqualität zu hoch empfindet, ist der Zeitpunkt für einen prothetischen Ersatz des Gelenkes gegeben.

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Das künstliche Hüftgelenk

Darstellung der einzel Komponenten einer Hüftprothese. Von unten nach oben: Schaft - Kugelkopf - Pfanneneinsatz - Hüftpfanne
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Beispiel für eine zementfreie Versorgung mit den einzelnen Komponenten. "Foto mit freundlicher Genehmigung von Zimmer"

Prothetischer Ersatz bedeutet, dass die verschlissene oder zerstörte Gleitfläche des Hüftgelenkes ersetzt wird, dabei erfolgt die Verankerung im Beckenknochen und im Oberschenkelknochen. Das künstliche Hüftgelenk besteht aus verschiedenen Komponenten. Die Gleitflächen können aus unterschiedlichen Materialien (Kunststoff, Keramik, Metall) bestehen und können auch miteinander kombiniert werden. Die eigentliche Verankerung der Prothesenpartner im Knochen kann mit oder auch ohne Zement (zementlos) erfolgen, was individuell entschieden wird. Hauptkriterium für eine zementfreie Versorgung ist eine gute Knochenqualität. In der Regel wird in unserer Klinik zementfrei versorgt.

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Weitere Informationen zu Hüftprothesen

Die Standzeiten einer Hüft-Endoprothese werden heute immer noch mit 10 bis 15 Jahren angegeben, wobei bei Verwendung von neueren Materialien, die mit keinem oder sehr geringem Abrieb verbunden sind, durchaus längere Standzeiten erzielt werden können.

Aus der Vielzahl der am Markt befindlichen Prothesenarten verwenden wir nur solche mit hohem Erfahrungswert und erwiesenermaßen sehr guten Ergebnissen. In unserem Portfolio bevorraten wir zu jedem Verankerungstyp mehrere Prothesenarten, so dass wir für jeden Patienten oder jede Patientin die bestmögliche Versorgung erreichen können.

Außerdem nehmen wir seit Januar 2013 am Endoprothesenregister Deutschland teil. Dabei stellen wir anonym alle Daten der von uns verwendeten Endoprothesen einem Zentralregister zur Verfügung, um diese auch über einen längeren Zeitraum verfolgen und beurteilen zu können, z.B. in Bezug auf Komplikationen oder Lockerungsraten.

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Die Operation

Nach der Indikation einer Hüftgelenkprothese in unserer Ambulanz erfolgt zunächst etwa 10 bis 14 Tage vor dem Operationstermin eine Voruntersuchung durch den Narkosearzt. Am Vortag der Operation erfolgt die stationäre Aufnahme und konkrete Vorbereitung auf die Operation mit Blutentnahme, Aufklärungsgesprächen und ggf. ergänzenden Röntgenaufnahmen.

Die Operation erfolgt in Vollnarkose und Seitenlage, da wir in unserem Hause den dorsaler Zugang zum Hüftgelenk anwenden. Der Eingriff selbst dauert etwa 60 bis 90 Minuten. Nach der Operation erfolgt eine engmaschige Überwachung auf der Wachstation. Die Verlegung auf die Normalstation erfolgt in der Regel am nächsten Morgen. Hier wird eine tägliche physiotherapeutische Betreuung mit Bewegungsübungen, Lymphdrainagen und Gehtraining durchgeführt. Der stationäre Aufenthalt dauert normalerweise etwa 14 Tage. Zu Beginn des stationären Aufenthaltes wird durch unsere Mitarbeiterinnen eine Rehabilitationsmaßnahme in einer externen Reha-Klinik beantragt, damit die Weiterbehandlung ambulant oder stationär ununterbrochen weitergeführt werden kann.

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Bild Erstinplantat einer Hüfte

Röntgenbild eines Erstinplantats einer Hüftprothese
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Erstinplantat einer Hüftprothes

Verhaltenshinweise

Um das künstliche Hüftgelenk lange zu erhalten, sollten bestimmte Verhaltensweisen beherzigt werden. So sollten starkes Heben und Tragen vermieden werden. Um eine Keimverschleppung auf dem Blutwege in das künstliche Hüftgelenk zu vermeiden, die z.B. durch Zahnvereiterungen, eitrige Bronchitis, Nierenbeckenentzündung oder eiternde Wunden entstehen können, sollten Sie sich frühzeitig ein Antibiotikum von Ihrem Hausarzt verordnen lassen.

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Sport mit einem künstlichen Hüftgelenk

Bei heutzutage umfangreichem Sortiment an künstlichen Gelenken kann der Operateur diese individuell in Form und Größe an die jeweiligen individuellen anatomischen Verhältnisse anpassen. Um den späteren sportlichen Belastungen standzuhalten, muss das Gelenk eine stabile muskuläre Führung und die Prothese eine achsgerechte Position und gute Verbindung zum Knochen haben. Bei der Rehabilitation nach der Operation wird die stabilisierende Muskulatur auftrainiert und die Koordination geschult. Nach ca. 3 Monaten ist das i.d.R. ohne Knochenzement eingesetzte Gelenk fest mit dem Knochen verwachsen und kann voll belastet werden. Der Beginn intensiverer sportlicher Aktivität wird erst ab dem 6. Monat empfohlen. Die präoperativ regelmäßig ausgeführte Sportart kann in ca. 75% der Fälle auch postoperativ ausgeübt werden. Da künstliche Gelenke bei schweren Stürzen ausbrechen können, sollte auf Risikosportarten verzichtet werden. Zur Vermeidung von Lockerung und vorzeitigem Verschleiß wird von Sportarten mit wiederholten Stoßbelastungen (z.B. Squash) und intensivem Körperkontakt (z.B. Fußball) eher abgeraten. Hingegen können die Sportarten mit gleichmäßiger Bewegung und Belastung des Hüftgelenkes wie Schwimmen, Radfahren, Rudern, aber auch Walken und Golf spielen risikoarm ausgeübt werden.