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Ambulante Facettenverödung

Bei der Radiofrequenzablation (RFA) handelt es sich um ein Verfahren zur nachhaltigen thermischen Schädigung von Gewebe. Dieses ambulant durchgeführte Verfahren wird in der LVR-Klinik für Orthopädie zur längerfristigen Schmerzlinderung bei einer Arthrose der kleinen Facettengelenke (=Zwischenwirbelgelenke) eingesetzt. Dabei wird eine Thermonekrose (Hitzezerstörung) gezielt an die chronisch schmerzproduzierende Facettengelenknerven gesetzt.

Die Sonden werden ähnlich der medikamentösen Facettengelenkblockade mittels einer Hohlnadel unter Röntgenkontrolle mit Hilfe eines Bildwandlers positioniert und anschließend die Sonde in die Spezialnadeln eingeführt.

Nach einem standardisierten, doppelten Testverfahren zum Ausschluss einer Fehlpositionierung wird dann für 1 Minute ein Strom in diese Sonde geleitet, der die Spitze auf etwa 70°C erwärmt. Die dadurch erreichte Schädigung der Gelenknerven führt zu einem reversiblen Verlust der Schmerzfortleitung und damit zu einer zeitlich limitierten Schmerzlinderung.

Der Effekt der Schmerzlinderung tritt jedoch nicht unmittelbar nach der Behandlung ein, sondern kann mit einer Latenz von ca. 14 Tagen langsam auftreten. Aufgrund der Schwierigkeit, diese kleinsten Strukturen genau zu treffen, kann es notwendig sein, diese Behandlung bei fehlender Besserung nochmals zu wiederholen.

Dabei gelten für die Anwendung die gleichen Voraussetzungen wie für eine Wirbelsäulenoperation. Die Patienten werden in gleicher Weise mit sterilen Einmaltüchern abgedeckt und die Behandlung unter strengsten Sterilitätskriterien durchgeführt.

Zu dieser Behandlung eignen sich jedoch nur Patienten ohne elektronische Implantate wie Herzschrittmacher oder Defibrillatoren. Auch Patienten mit einer Marcumar©-Dauertherapie oder einer marcumarähnlichen Dauertherapie sind von der Behandlung aufgrund des Einblutungsrisikos in die Wirbelsäule ausgeschlossen.

Inwieweit Fragen zu Medikamenten oder zu individuellen Risiken aufkommen, können diese im Rahmen einer vorherigen Aufklärung persönlich mit den Ärzten besprochen werden.

Wie für alle Therapien gilt auch hier der Grundsatz: "Nichts muß, alles kann!" Insofern kann keine garantierte Schmerzlinderung durch dieses Therapieverfahren versprochen werden. Die Therapie wird ambulant im Laufe eines Vormittags durchgeführt. Für nähere Terminauskünfte sowie eine Vorstellung in der Wirbelsäulensprechstunde steht das Ambulanzpersonal gerne zur Verfügung.

Das Ambulanzteam berät Sie auch über die Kosten, da dieses Verfahren eine selbstzahler Leistung ist. In der Vergangenheit wurden die Kosten in Einzelfällen durch die Krankenkassen übernommen.